Ich wurde geblitzt! Wie gehe ich nun vor?

Mal liegt es am Termindruck, mal ist es Unaufmerksamkeit – eine Gefahr lauert immer, wenn der Autofahrer zu sehr auf’s Gaspedal drückt: der Blitzer!

Ich wurde geblitzt! Wie gehe ich nun vor?
Sind auch Sie geblitzt worden? Wir kümmern uns darum! Füllen Sie einfach unseren Fragebogen aus und wir finden eine Lösung.

Und mit dem roten Licht ist es nicht getan. Auf das Blitzen folgt der Bußgeldbescheid!

Mit diesem müssen Sie sich aber nicht zwingend abfinden.

Durch einen Einspruch haben Verkehrssünder gute Chancen, mit der Geschwindigkeitsüberschreitung noch einmal glimpflich davonzukommen.

Wir geben Ihnen nachfolgend einen Überblick über die wichtigsten 6 Fakten zum Thema und zeigen Ihnen, wie wir Sie unterstützen können, wenn Sie einen Bußgeldbescheid erhalten haben.

1. Blitzen: Was darf die Polizei eigentlich?

Die Polizei ist zur Geschwindigkeitsüberwachung nicht auf eine bestimmte Methode festgelegt.

Sie hat die Wahl zwischen stationären Blitzsystemen, mobilen Messgeräten oder sie kann durch das Hinterherfahren mit einem zivilen Polizeiwagen und einem Proof-Video-Data-System („ProViDa“) Temposünder dingfest machen.

In Deutschland ist die Verkehrsüberwachung Ländersache, sodass die Geschwindigkeitsüberwachung unterschiedlich gehandhabt wird. Die Geräte zur Geschwindigkeitsmessung z.B. dürfen, je nach Bundesland, in einem Abstand zwischen 75 und 200 Metern nach einem Verkehrs- oder Ortsschild aufgestellt werden.

Grundsätzlich ist es der Polizei erlaubt, ihre Messanlagen zu tarnen oder den Wagen mit der Blitzanlage im Halte- oder Parkverbot abzustellen.

2. Welche Folgen drohen mir, wenn ich geblitzt wurde?

Werden Sie bei einer Geschwindigkeitsübertretung erwischt, kann diese mit einem Bußgeld, Punkten und einem Fahrverbot geahndet werden. Auf den Halter des Fahrzeugs kommt u.U. eine Fahrtenbuchauflage zu.

Die Sanktion richtet sich danach, wie stark Sie auf das Gaspedal gedrückt haben und wie hoch dementsprechend die Geschwindigkeitsüberschreitung ausfällt.

Die Reaktion der Behörde hängt zudem davon ab, ob Sie innerorts oder außerorts zu schnell unterwegs waren.

Innerorts sowie außerorts gibt es jedoch gleichermaßen eine Art „magische Grenze“: ab 21 km/h zu viel gibt es den ersten Punkt und ab 31 km/h zu schnell steht ein Fahrverbot an.


Lassen Sie sich durch unsere erfahrenen Anwälte helfen!

3. Wie wird die Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts geahndet?

Für die Sanktionen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts macht es keinen Unterschied, ob Sie in einer Tempo-30-Zone oder einer Tempo-50-Zone gefahren sind.

Bei einer überhöhten Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h ist das drohende Übel für den Verkehrssünder noch überschaubar: Er muss „nur“ mit einem Bußgeld von 15 bis 35 Euro, aber nicht mit einem Punkt in Flensburg rechnen.

Folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Sanktionsmöglichkeiten bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts:

GeschwindigkeitsüberschreitungBußgeld EuroPunkteFahrverbot Dauer Monat
Bis 10 km/h15
11 bis 15 km/h25
16 bis 20 km/h35
21 bis 25 km/h801
26 bis 30 km/h1001
31 bis 40 km/h16021
41 bis 50 km/h20021
51 bis 60 km/h28022
61 bis 70 km/h48023
Über 70 km/h68023

4. Wie wird die Geschwindigkeitsüberschreitung außerhalb geschlossener Ortschaften geahndet?

Die Sanktion hängt außerorts davon ab, ob der Verkehrsteilnehmer die Höchstgeschwindigkeit oder die Richtgeschwindigkeit überschreitet.

Was ist der Unterschied zwischen Höchst- und Richtgeschwindigkeit?

Nicht auf jeder Strecke gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern es gilt die sogenannte Richtgeschwindigkeit. Dabei handelt es sich um die Geschwindigkeit, deren Über- und auch Unterschreitung, auch bei günstigen Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen, nicht empfohlen wird.

Diese beträgt für Personenkraftwagen sowie für andere Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5t 130 km/h.

Was passiert, wenn ich die Richtgeschwindigkeit überschreite?

Merke: Ein Überschreiten der Richtgeschwindigkeit ist keine Verkehrsordnungswidrigkeit und auch keine Straftat!

Aber wer die Richtgeschwindigkeit überschreitet und unverschuldet einen Unfall hat, haftet anteilig für die Unfallschäden; so will es die Rechtsprechung. Um eine Mithaftung kommt der Verkehrsteilnehmer nur herum, wenn er nachweisen kann, dass der Unfall auch bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h passiert wäre, und zwar mit vergleichbaren Schäden.

Was passiert, wenn ich die Höchstgeschwindigkeit überschreite?

Bei der Höchstgeschwindigkeit handelt es sich um weit mehr als eine bloße Empfehlung. Sie ist ein verbindlicher Grenzwert für die Geschwindigkeit – auch Tempolimit genannt – und wird z.B. durch ein Verkehrszeichen ausgewiesen.

Bedenken Sie: Auch beim Überholen eines anderen Fahrzeugs muss das Tempolimit eingehalten werden.

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung unter 20 km/h auf Landstraßen, Autobahnen und Schnellstraßen verhängt die Behörde ein Bußgeld zwischen 10 und 30 Euro.

Folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Sanktionsmöglichkeiten bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts:

GeschwindigkeitsüberschreitungBußgeld EuroPunkteFahrverbot Dauer Monat
Bis 10 km/h10
11 bis 15 km/h20
16 bis 20 km/h30
21 bis 25 km/h701
26 bis 30 km/h801
31 bis 40 km/h12011
41 bis 50 km/h16021
51 bis 60 km/h24021
61 bis 70 km/h44022
Über 70 km/h60023

5. Welche Möglichkeiten habe ich nach dem Blitzen, um eine Sanktion zu verhindern?

Der oder die Geblitzte kann nachteilige Konsequenzen mitunter vermeiden – die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht.

Kann ich vor dem Bußgeldbescheid tätig werden?

Leitet die zuständige Behörde ein Bußgeldverfahren ein, muss der Betroffene die Gelegenheit bekommen, zu dem gegen ihn erhobenen Vorwurf Stellung zu nehmen. Um ihm rechtliches Gehör zu gewähren, versendet die Behörde in der Regel zunächst einen Anhörungsbogen.

Grundsätzlich ist es ratsam, keine Angaben zu machen.Bereits zu diesem Zeitpunkt sollte immer ein Rechtsanwalt für Verkehrsrecht hinzugezogen werden.

Zu beachten: Der Verkehrssünder ist nicht immer der Halter des Fahrzeugs selbst. Der Fahrzeughalter ist aber derjenige, der den Anhörungsbogen bekommt. Fahrzeughalter sind zur Stellungnahme verpflichtet; es sei denn, sie haben ein Zeugnis- oder Aussageverweigerungsrecht.

Macht der Halter von seinem Zeugnis- oder Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, darf die Bußgeldbehörde gegenüber dem Fahrzeughalter, für sämtliche auf ihn zugelassene Fahrzeuge, eine Fahrtenbuchauflage anordnen.

Achtung: Sie sollten niemals wider besseren Wissens eine falsche Person als Fahrzeugführer angeben. Denn dann riskieren Sie die Einleitung eines Strafverfahrens wegen falscher Verdächtigung (§ 164 Abs. 2 StGB).

Ist ein Einspruch gegen einen Geschwindigkeitsverstoß sinnvoll?

Ein Einspruch ist in vielen Fällen erfolgversprechend!

Hat man den Bußgeldbescheid wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung erhalten, besteht die Möglichkeit, schriftlich Einspruch bei der zuständigen Bußgeldbehörde zu erheben. Das muss innerhalb von zwei Wochen geschehen.

Bedenken Sie zunächst: Wer einen Einspruch gegen seinen Bußgeldbescheid erhebt, zögert damit stets die Sanktionen hinaus. Das kann insbesondere für Personen wichtig sein, die z.B. beruflich auf den Führerschein angewiesen sind.

Das Hinauszögern verschafft Ihnen wertvolle Zeit, um Ausweichmöglichkeiten für die Phase ohne Fahrerlaubnis zu organisieren. Vielleicht können Betroffenen für die Dauer Urlaub einreichen oder Ähnliches.

Ein Einspruch ist erfolgversprechend, da viele Bußgeldbescheide nicht korrekt sind.

Die Bußgeldbehörde muss zahlreiche Vorgaben einhalten, um die Geschwindigkeitsübertretung ordnungsgemäß nachzuweisen und den Bußgeldbescheid den Anforderungen entsprechend zu erstellen.

Welche Fehler kann ein Bußgeldbescheid haben?

Man sollte sich den Bußgeldbescheid zunächst ganz genau ansehen. Er muss inhaltlich und formell vollständig sein.

Grundlegende Angaben sind:

  • Die zur Laste gelegte Ordnungswidrigkeit, mit Uhrzeit, Tatort und gesetzlichen Merkmalen
  • Die einschlägige Bußgeldvorschriften
  • Die möglichen Sanktionen
  • Vorhandene Beweismittel
  • die Zahlungsfrist für das Bußgeld
  • Hinweise, dass
    – der Bußgeldbescheid rechtskräftig und vollstreckbar wird, wenn kein Einspruch eingelegt wird
    – bei einem Einspruch auch eine für den Betroffenen nachteiligere Entscheidung getroffen werden kann
    – bei Zahlungsunfähigkeit der Vollstreckungsbehörde schriftlich oder zur Niederschrift darzulegen ist, warum die fristgemäße Zahlung nach wirtschaftlichen Verhältnissen nicht zuzumuten ist
  • Belehrung, dass Erzwingungshaft angeordnet werden kann, wenn der Betroffene dieser Pflicht nicht nachkommt

Sachliche Gründe für einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid können z.B. sein:

  • Unqualifiziert Polizeibeamten haben das Messgerät bedient, ihnen fehlt etwa die entsprechende Schuldung
  • Das Blitzerfoto hat eine so schlechte Qualität, dass der Fahrer nicht eindeutig zu identifizieren ist.
  • Bestimmte Wetterbedingungen oder äußere Einflüsse können die Messergebnisse beeinträchtigt haben (z.B. Sonneneinstrahlung)
  • Zum Zeitpunkt der Aufnahme haben mehrere Fahrzeuge gleichzeitig die Blitzanlage passiert
  • Der Blitzer hat mit einer veralteten Software gearbeitet
  • Der Beamte hat das Messprotokoll falsch ausgefüllt
  • Der Blitzer war nicht geeicht


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6. Wie kann mir ein Anwalt helfen, wenn ich einen Bußgeldbescheid bekommen habe?

Im Bereich des Bußgeldrechts gibt es viele Möglichkeiten, um erfolgversprechend einen „Hebel anzusetzen“.

Allerdings ist hier Detailwissen gefragt. Ein auf das Verkehrsrecht spezialisierter Rechtsanwalt kennt die Fallstricke, die auf die Behörde lauern.

Er erkennt z.B. sofort

  • welche rechtlichen Hinweise die Behörde im Bußgeldbescheid unterschlagen hat bzw. welche rechtlichen Informationen falsch sind
  • Fehlerquellen bei Messergebnissen durch die Behörde.
    Ein Beispiel: Blitzsysteme haben unterschiedliche Messtoleranzen. Ein Experte für
    Verkehrsrecht weiß, welche Toleranzwerde bei welchen Messanalagen zu berücksichtigen sind.
  • ob sich der Verkehrssünder zu früh freut.
    Ein Beispiel: Eigentlich dürfen Blitzer nur in einem bestimmten Abstand zu Tempo- oder Ortschildern stehen. Es gibt aber Situationen, in denen diese Distanz nicht eingehalten werden muss, und zwar bei sog. Gefahrenstellen (z.B. bei Tempo-30-Abschnitten vor Schulen oder schlecht einsehbaren Einmündungen).

Um zu wissen, welche grundsätzlich einzuhaltenden Abstände in dem jeweiligen Bundesland gelten, können Sie einen Blick in die folgende Tabelle werfen:

BundeslandMindestabstand
Baden-Württemberg150 Meter
Bayern200 Meter
Berlin75 Meter (Tempo-Limit)
150 Meter (Ortseingangs­schild
Brandenburg150 Meter
Bremen150 Meter
HamburgKein Mindestabstand vorgegeben
Hessen100 Meter
Mecklenburg-Vorpommern100 Meter bzw. 250 Meter (Autobahnen und Kraftfahrstraßen)
Niedersachsen150 Meter
Nordrhein-WestfalenKein Mindestabstand vorgegeben
Rheinland-Pfalz100 Meter
SaarlandKein Mindestabstand vorgegeben
Sachsen150 Meter
Schleswig-Holstein150 Meter
Thüringen200 Meter

Zusammenfassung

  • Bei einer Geschwindigkeitsübertretung drohen Bußgeld, Punkte und ein Fahrverbot
  • Sanktionen richten sich danach, wie hoch die Geschwindigkeitsüberschreitung ist
  • Sanktionen hängen davon ab, ob die Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts oder außerorts erfolgt
  • Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h droht ein Punkt
  • Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 31 km/h droht ein Fahrverbot
  • Zulässige Höchstgeschwindigkeit und Richtgeschwindigkeit außerorts sind nicht das Gleiche
  • Ein Überschreiten der Richtgeschwindigkeit ist keine Verkehrsordnungswidrigkeit und keine Straftat
  • Ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid ist in vielen Fällen erfolgversprechend
  • Viele Bußgeldbescheid sind fehlerhaft
  • Der Bußgeldbescheid muss bestimmte Angaben enthalten, um korrekt zu sein
  • Es gibt zahlreiche sachliche Gründe für einen Einspruch

Bildquellennachweis: © TimSiegert-batcam / fotolia.com

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